Februar 2018 - Umgang mit Behinderungen im Bewerbungsprozess

Umgang mit Behinderungen im Bewerbungsprozess

Im Inklusionsprojekt werden die Teilnehmenden auf den Bewerbungsprozess vorbereitet. Offen und ehrlich, werden über Behinderungen im Bewerbungsprozess bzw. im Arbeitsleben gesprochen. Behinderungen von behinderten Menschen beginnen oft mit Vorurteilen und mit Unkenntnissen bzw. fehlenden Erfahrungen nicht-behinderter Menschen. Den Teilnehmenden sind u.a. folgende Vorurteile begegnet bzw. bekannt:

"Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen können nicht arbeiten. Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sind unkündbar"

"schwerbehinderte Menschen sind nicht so leistungsfähig, weil sie ja permanent mit Ihrer Behinderung zu tun haben."

„Bekomme ich nicht mehr los“ „Tut mir nur Kosten verursachen“ „Ist nur krank“

"Kündigungsschutz? Auflagen, die zu Erfüllen sind. Bürokratie"

"Nicht so leistungsfähig, muss mehr Rücksicht genommen werden, (er)fordern mehr Aufmerksamkeit, brauchen mehr Zeit. Haben mehr Urlaubsanspruch"

"Meine ehemalige Chefin machte Witze über mein Handicap und äffte mich vor meinen Kollegen nach."

"Arbeitgeber denken, dass man so viel ausfällt, dass man die Arbeit nicht 100-ig leisten kann. Probieren es auch nicht."

"viele Arztttermine/ Krankheitstage. Keine große Arbeitsleistungen"

Im Bewerbungstraining wird ehrlich gemeinsam diskutiert, ob, wann und wie die eigene Behinderung im Bewerbungsprozess angegeben wird.  Für die meisten ist der Umgang mit der eigenen körperlichen und/ oder psychischen Behinderung im Bewerbungsprozess schwierig. Daher werden die Teilnehmenden in ihrem Sein und Selbstwert gestärkt und unterstützt.

Grundsätzlich darf jeder behinderte Arbeitssuchende selbst entscheiden, wann und ob er seinem Arbeitgeber über seine Beeinträchtigung berichtet. Grundsätzlich gilt immer, welche Rolle spielt meine Behinderung überhaupt bei meiner Arbeitsfähigkeit. Gibt es Einschränkungen? Wenn ja, wie können diese ggf. durch technische Hilfen ausgeglichen werden?

Jeder der arbeiten kann und will, sollte doch ungehindert arbeiten können und dürfen. Kein behinderter Mensch kann etwas dafür, dass er behindert geboren bzw. krankheitsbedingt behindert ist und dennoch muss der ein oder andere sich immer wieder für seine Beeinträchtigungen rechtfertigen.

Die Teilnehmenden von VIA-Job wurden gefragt, was sie sich von Ihrem zukünftigen Arbeitgeber in Bezug auf Ihre Behinderung wünschen. Hier sind einige Antworten:

"Die „Behinderung“ als „Andersartigkeit“ zu verstehen. Mir einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, damit die „Behinderung“ mich in meiner Arbeit nicht tangiert und ich meine 100% abrufen kann. Mich nur an meiner Leistung zu messen."

"Rücksichtsnahme"

Akzeotierung der körperlichen Einschränkungen

"Akzeptanz"

"gleich gestellt zu werden, wie Mitarbeiter ohne Behinderung"

"Mehr Erfahrung im allgemeinen Umgang mit Menschen mit Behinderung."


 




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